Wirkung durch journalistische Exzellenz
Über die Bedeutung der freien Presse in unruhigen Zeiten.
Von Thomas Lindner
Die Weltordnung der letzten Jahrzehnte ist für Jedermann erkennbar durcheinandergeraten. Das Verhältnis zwischen Amerika, China und Europa befindet sich in einem Umbruch, der die globale Ordnung verändert. Deutschland muss darauf reagieren und sich neu positionieren.
Die allgemeine gesellschaftliche Verunsicherung in dieser unübersichtlichen geopolitischen Lage wird zudem verstärkt durch den Aufstieg der Künstlichen Intelligenz und ihren rapiden Einzug in unseren Alltag. Diese wird in Kürze die Informationsrituale infrage stellen, bei der „Suche“ im Netz hat es längst für jeden sichtbar begonnen. Dabei können Sie schon heute nicht mehr sicher sein, ob das, was Sie im Netz sehen oder finden, nicht nur dorthin gestellt wurde, um Sie zu täuschen, zu verunsichern oder gar zu betrügen. Die gezielte Manipulation der Wahrheit sowie die inzwischen alltägliche Desinformation und Fake News staatlicher, aber auch nicht-staatlicher Akteure sind ernste Bedrohungen für unsere Demokratie, ihre Institutionen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Das Bedürfnis nach verlässlicher Information und Orientierung wird in dieser Gemengelage größer. Diese in dauerhaft und verlässlich hoher Qualität anzubieten, ist die wichtigste Aufgabe für die Frankfurter Allgemeine. Gegründet mit dem Auftrag, für die Freiheit des Einzelnen und des ganzen Landes einzustehen, wirkt die F.A.Z. durch bewährte journalistische Prinzipien: durch Unabhängigkeit im Handeln, durch Meinungsvielfalt, durch die gründliche Durchdringung der Themen, durch Rationalität in der Berichterstattung und insbesondere Verlässlichkeit der Fakten. Deshalb prüft die F.A.Z.-Redaktion jeden Tag gewissenhaft alle Informationen und Quellen, die als Basis für die Berichterstattung dienen. Die Artikel werden gemäß des Vieraugenprinzips verfasst, redigiert und freigegeben, um die hohen Qualitätsstandards der Frankfurter Allgemeinen zu erfüllen und ihrem Ruf als verlässliche Informationsquelle gerecht zu werden.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung wirkt also durch ihren journalistischen Anspruch, aber genauso wird ihre redaktionelle Expertise zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal in der KI-Ära: Mit rund 350 fachlich versierten Redakteuren und etwa 90 In- und Auslandskorrespondenten leistet sie sich eines der größten journalistischen Netzwerke überhaupt. Ihre redaktionelle Breite und fachliche Exzellenz machen die F.A.Z. zu einer der besten Zeitungen der Welt.
Die F.A.Z. nutzt die technologische Entwicklung für sich, indem sie ihre sorgfältig geprüften Inhalte auf neue Kanäle spielt und zunehmend personalisiert. Dabei bleibt jedoch das redaktionelle Fundament unerschüttert: Die F.A.Z. bietet eine von Menschen für Menschen gemachte, unabhängige Berichterstattung zum Geschehen in Deutschland und der Welt mit fundierten Analysen, realistischen Einordnungen und der Beleuchtung unterschiedlicher und kontroverser Standpunkte. Der von rechter und linker Seite manchmal zu hörende Vorwurf, auch die F.A.Z. sei ein Mainstream- oder Systemmedium, ist deshalb unsinnig und zeugt von Unkenntnis. Gegenläufige Meinungen kommen in der F.A.Z. regelmäßig zur Sprache und werden diskutiert. Zugleich bekennt sich die F.A.Z. aber konsequent zur sozialen Marktwirtschaft und zur parlamentarischen Demokratie – und damit zur Mitte unserer Gesellschaft.
Durch die Bewahrung klassischer redaktioneller Werte wirkt die F.A.Z. als verlässliche Instanz für kritischen und unabhängigen Journalismus. Unser Anspruch, Orientierung zu bieten und bedeutende Debatten anzustoßen, bleibt zeitlos – getragen von der Überzeugung, dass gesicherte Information und differenzierte Meinungsvielfalt auch inmitten gesellschaftlicher, politischer und technologischer Veränderungen unverzichtbar sind und für die Sicherung einer Gesellschaft fundamental.

Seit Januar 2014 Vorsitzender der Geschäftsführung der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH
Foto: Christian Krinninger










